Homosexualität
Homosexualität (bzw. Homophilie) bezeichnet eine sexuelle Orientierung, bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich oder vorwiegend für Personen des gleichen Geschlechts empfunden werden. Homosexuelle Frauen werden auch Lesben oder Lesbierinnen genannt, homosexuelle Männer auch Schwule. Das Adjektiv homosexuell wird auch auf gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts angewendet, die nicht Schwule oder Lesben sind.
Der Begriff Homosexualität ist eine hybride Wortneubildung aus dem 19. Jahrhundert, geprägt von dem Schriftsteller Karl Maria Kertbeny aus griech. ὅμοιος homoios = gleich, gleichartig + lat. sexus = das männliche und das weibliche Geschlecht.
Karl Heinrich Ulrichs prägte im 19. Jahrhundert als erster die Eigenbezeichnungen Urning (männlich) und Urninde (weiblich), die jedoch heute nicht mehr geläufig sind.
Homosexuelle Frauen werden im deutschsprachigen Raum auch als lesbisch (nach der griechischen Insel Lesbos, Heimat der Frauen liebenden Dichterin Sappho) bezeichnet. Bei maskuliner Prägung von Frauen sind es unter anderem die allseits bekannten Begriffe kesser Vater (mittlerweile veraltet, heute eher Butch), Kampflesbe und Amazone, die alternativ angewandt werden, für explizit feminin auftretende Lesben findet sich hingegen der Begriff Femme (vom französischen Wort für Frau). Diese stereotypen Bezeichnungen werden aber mittlerweile von vielen homosexuellen Frauen abgelehnt, weil oft auch das Wechselspiel (switch) aus Femme und Butch in der Partnerschaft gelebt wird und weder eine Präferenz für ein maskulines noch für ein weibliches Verhalten vorhanden ist.
Homosexuelle Männer werden im deutschsprachigen Raum auch als schwul (von schwül »drückend heiß« - in dieser Bedeutung seit dem 18. Jahrhundert schwül als Parallelbildung zu kühl - oder von Schwulität »Schwierigkeit, Bedrängnis, peinliche Lage«) bezeichnet. Ursprünglich abwertend gebraucht, wurde die Bezeichnung schwul später im Rahmen der Emanzipationsbewegung von der Schwulenszene selbst - auch als politischer Kampfbegriff - übernommen, und damit die abwertende Bedeutung so weit zurückgedrängt, dass der Begriff heute sogar im Sprachgebrauch der Gesetzgebung auftaucht. In der Jugendsprache findet sich das Wort schwul dagegen immer noch (beziehungsweise wieder) als Schimpfwort, das als Synonym für langweilig, weichlich beziehungsweise enervierend benutzt wird. Weitere Begriffe für homosexuelle Männer, wie zum Beispiel "Hinterlader", basieren bei der Betrachtung der männlichen Homosexualität lediglich auf Sexualpraktiken, ohne Berücksichtigung der kulturellen und psychologischen Aspekte. Ein anderer Kreis von Begriffen bezieht sich auf das mitunter vorkommende feminine Verhalten bei Männern, zum Beispiel Tunten und Schwuchteln (siehe auch Straight acting).
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